Staffel WM Doha 2019

Eine Saison mit Hochs und Tiefs


Die Freiluftsaison 2019 ist schon wieder Vergangenheit. Obwohl meine Fokussierung schon nach vorne auf die Hallensaison 2019/2020 und vor allem das Olympiajahr 2020 gerichtet ist, will ich einen Blick zurück machen.

Nach meiner langwierigen Fussverletzung und der deswegen ausgefallen Hallensaison 2018/19 gestaltete sich der Einstieg in die Freiluftsaison 2019 nicht ganz einfach. Ich erreichte die erhofften Zeiten nicht und fand mich in den Wettkämpfen erst allmählich wieder zu recht. Doch Ende Juni beim Meeting in La Chaux-de-Fonds gelang mir ein erster Höhepunkt. Ich lief die 100 m in 11,13 Sekunden. Dies war einerseits eine neue persönliche Bestleistung und anderseits die Erfüllung der WM-Limite für Doha sowie der Olympialimite für Tokio 2020. Dank meiner neuen Bestzeit konnte ich an der Athletissima in Lausanne im Hauptfeld an den Start gehen.

Eine Enttäuschung musste ich an der Universiade in Neapel im Einzelrennen verkraften. Es reichte mir nur zu Platz vier. Dafür war die Freude umso grösser, dass wir Schweizerinnen die Goldmedaille in der 4 x 100m-Staffel gewinnen konnten. Zusammen mit Sarah Atcho, Ajla Del Ponte und Samantha Dagry konnte ich damit den Titel aus dem Jahre 2017 verteidigen. Leider beeinträchtigten nach der Universiade kleinere muskuläre Probleme den weiteren Formaufbau, so dass ich die erhofften schnelleren Zeiten nicht erreichen konnte. Unter diesen Voraussetzungen war mein Gewinn der Bronzemedaille über 100 m an den Schweizermeisterschaften in Basel doch recht zufriedenstellend. Zufriedenstellend – ja noch mehr – nämlich ein eigentlicher stimmungsvoller Höhepunkt war unser Staffellauf beim Meeting Weltklasse Zürich. Ajla Del Ponte, Sarah Atcho Mujinga Kambundji und ich erreichten den 4. Platz. Unsere Zeit war mit 42,75 Sekunden vielversprechend – dies vor allem im Hinblick auf die Weltmeisterschaften in Doha. Die WM-Vorbereitung absolvierten wir erfolgreich im türkischen Belek. An der WM selber war das Ganze wieder ein emotionales Auf und Ab. Im Einzellauf über 100 m erreichte ich 11,48 Sekunden und schied nach dem Vorlauf bereits aus. Umso grösser war dann die Freude ob unserer Staffelleistung. Mit der Zeit von 42,18 Sekunden liefen wir einen neuen Schweizerrekord und schafften so den 4. Platz. Nur um acht Hundertstel mussten wir uns von der Sprintnation USA geschlagen geben. Dieses Rennen war für mich der eigentliche Höhepunkt einer emotionalen und unregelmässigen Saison.

Ich habe in den vergangenen Monaten sehr viel gelernt und konnte wichtige Erfahrungen sammeln. Dies ist für die kommende Saison mit den Olympischen Spielen 2020 in Tokio als unbestrittener Höhepunkt eine sehr gute Ausgangslage. Mit Entschlossenheit und grosser Zielstrebigkeit starte ich schon bald in den Aufbau für das Jahr 2020.