Bild: www.athletix.ch

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Saisonrückblick 2017


Ich kann mit einem riesigen Grinsen auf meine Saison 2017 zurückblicken. Wow, war das eine Gefühlsachterbahn!

Meine Hallensaison verlief katastrophal. Es war die erste Saison meines Lebens, in der ich die persönliche Bestzeit von vorigen Jahr nicht unterbieten konnte. Nicht nur das; nachdem ich das Jahr zuvor die zweitbeste 60m-Sprinterin gewesen war, beendete ich meine Saison als siebte an den Hallen-Schweizermeisterschaften. Daran hatte ich eine Weile zu nagen und ich bekam Selbstzweifel. Ich hatte nämlich sehr hart trainiert, hatte sogar begonnen, mich gesünder zu ernähren und mehr Erholungsmassnahmen einzusetzen.

Nach zwei guten Trainingslagern, aber mit den gleichen Selbstzweifeln startete ich in die Sommersaison. Das konnte ja nicht gutgehen. Ging’s auch nicht. Ich hatte zwei schlechte erste 100m-Rennen und meine Motivation sank. Ein Besuch bei meiner Mentaltrainerin verbesserte mein Selbstgefühl deutlich. Mit viel Freude ging ich an den nächsten Wettkampf und ab da ging die Post ab. Praktisch von Wettkampf zu Wettkampf verbesserte ich mich. Bis ich mit 11.27 die WM-Limite um eine Hundertstelsekunde verpasste. Ich kämpfte ab nun in jedem Wettkampf um diese Limite und war auch fast jedes Mal sehr nahe dran. Im letzten möglichen Wettkampf - an der Schweizermeisterschaft im Letzigrund - schrammte ich dreimal haarscharf daran vorbei. Ich wurde aber mit einer Silbermedaille belohnt. Meine einzige Chance war nun noch, vom Welt-Leichtathletikverband eingeladen zu werden. Es dürfen nämlich über 100m 56 Athletinnen an der WM teilnehmen. Es hatten aber nur 36 Athletinnen die WM-Limite geschafft, also waren noch einige Plätze frei. Die Einladung kam eine Woche vor der WM und ich war überglücklich.

Parallel zu meinem Kampf über 100m, arbeitete auch das Staffelteam hart daran, besser zu werden. Dadurch, dass anfangs Saison immer wieder Leute verletzt waren, konnten wir während zwei Rennen nicht in der besten Besetzung antreten und liefen somit auch keine schnelle Zeiten. Das schien ein Problem zu werden, denn wir befanden uns auf Platz 16 der Weltbestenliste und 16 Staffelteams durften an der WM teilnehmen. Es musste also nur ein Team schneller laufen als wir und wir konnten uns die Teilnahme an der WM mit der Staffel abschminken. Uns blieb nur noch ein Rennen: Athletissima Lausanne. Diese Chance ergriffen wir. Schweizer Rekord und das Vorrücken auf den vierten Platz auf der Weltbestenliste bedeuteten einen sicheren Platz an der WM.


London 2017 - Was für ein Wettkampf

Und dann ging’s los nach London an die Weltmeisterschaft. Über 100m ging ich mit dem Ziel an den Start, alles aus mir herauszuholen, was bedeutete im Bereich meiner Bestleistung zu laufen. Dies gelang mir und damit qualifizierte ich mich auch für den Halbfinal. Im Halbfinal platzierte ich mich mit einer erneuten Zeit in diesem Bereich (11.30s) auf dem 22. Rang. Damit bin ich sehr zufrieden: Ich war mit der 38. Meldezeit angereist und verliess die WM mit dem 22. Rang.

Nachdem ich zwei Tage lang krank im Bett lag, stand schon die Staffel an. Mit höchster Motivation gingen wir an den Start. Minimalziel: Finalqualifikation. Dies gelang uns auch souverän mit dem Bonus eines erneuten Schweizerrekords. Im Final gaben wir nochmals alles, aber eine Steigerung war nicht möglich. Wir beendeten das Rennen mit dem 5. Rang und liessen hinter uns grosse Nationen wie die Niederlade, Brasilien und Frankreich. Mit diesem Rang sind wir sehr zufrieden und wir freuen uns, uns noch weiter zu verbessern, denn die EM in Berlin 2018 ruft und da wollen wir mit Edelmetall nach Hause.


Die Sommersaison 2017 in Zahlen:

  • 15 Wettkämpfe
  • 35 Rennen
  • 11.27 Sekunden über 100m
  • 42.50 Sekunden über 4x100m
  • zweitschnellste Schweizerin aller Zeiten über 100m
  • viele neue Erfahrungen und positive Emotionen


Danke für die tolle Unterstützung!